Zum Tag der Welternährung

Heute vor 75 Jahren wurde die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, FAO, gegründet. Sie hat sich zum Hauptziel gesetzt, das Welternährungsproblem zu lösen.
Es ist erschütternd: Jeder neunte Mensch weltweit hungert heute. Die Fortschritte der Nuller-Jahre bei der Bekämpfung von Hunger und Mangelernährung haben sich umgekehrt. Laut aktuellem Welternährungsbericht hungern heute knapp 60 Millionen Menschen mehr als noch vor fünf Jahren. Das UN-Nachhaltigkeits-Ziel „Null Hunger“ bis 2030 zu erreichen, rückt damit in weite Ferne.

Die Corona-Pandemie hat die Ungerechtigkeiten und grundlegenden Probleme der industriellen Landwirtschaft, die Folgen der Umweltzerstörung und des konzerndominierten Ernährungssystems offenbart und sogar noch weiter verstärkt.

Gleichzeitig schlagen Wissenschaftler*innen weltweit Alarm: Das Massenaussterben von Arten, die Klimakrise und die fortschreitende Zerstörung der Böden zeigt uns: So kann es nicht weitergehen! Denn auch diese Entwicklungen verstärken Hunger und Armut weiter und bedrohen die globale Gesundheit.

Doch das derzeitige industrielle Landwirtschafts- und Ernährungssystem basiert auf dem Einsatz von Mineraldünger, Pestiziden, kapitalintensiven Maschinen und langen Transportwegen. Es ist damit nicht Teil der Lösung, im Gegenteil, es vernichtet Artenvielfalt, schädigt Böden, verschmutzt das Wasser und ist damit einer der Haupttreiber der Klimakrise.

Wie also sehen die Lösungen für dieses gewaltige Problem aus?

Im Mittelpunkt unserer globalen Ernährungs- und Landwirtschaftspolitik müssen das Menschenrecht auf Nahrung und der Schutz von Klima und Artenvielfalt stehen. Das Konzept der Agrarökologie bietet hier die besten Lösungsansätze: Grundpfeiler sind ökologische Prinzipien und der politische Ansatz der Ernährungssouveränität – das Recht aller Menschen, ihre Landwirtschafts- und Ernährungspolitik selbst zu bestimmen. Der weltweite Überfluss an Nahrung zeigt, wie wichtig Zugang zu Nahrung und ihre Qualität, intakte Ökosysteme und partizipative Entscheidungssysteme sind.

Heute, am Tag der Welternährung, gilt: Für eine bäuerlich-ökologische Landwirtschaft! Eine Landwirtschaft, die Tiere respektvoll behandelt, das Klima und die biologische Vielfalt schützt, Bäuerinnen und Bauern ein auskömmliches Wirtschaften ermöglicht – hier und global – und damit den Hunger in der Welt bekämpft.