Zur Eröffnung des Berliner Flughafens

Der Flughafen Berlin Brandenburg wird heute nach 14 Jahren Baumängel und technischer Probleme eröffnet. Das Planungsfiasko zog nicht nur zahllose Verschiebungen des Eröffnungstermins und Wechsel auf der Chef*innenetage mit sich, sondern auch einen Untersuchungsausschuss, Bürger*innenklagen und Volksbegehren. Mit sechs Milliarden Euro ist der Flughafen dabei mehr als doppelt so teuer wie geplant. Und damit sind wir bei weitem noch nicht am Ende. Auch Verkehrsminister Scheuer geht davon aus, dass der BER noch auf weitere Finanzhilfen angewiesen sein wird. Von staatlicher Seite kamen dieses Jahr bereits 300 Mio Euro drauf, nächstes Jahr sind bereits 550 Mio zugesagt. Hinzu kommt der Wirtschaftseinbruch während der Pandemie: Davon ist nicht nur der Luftverkehr betroffen, sondern auch alle Geschäfte und Restaurants des Flughafens. Ob der Hauptstadt-Flughafen jemals kostendeckend arbeiten wird, bleibt unklar. Wichtig ist nun: Wir brauchen endlich ein ausgereiftes Entschuldungskonzept!
Und darüber hinaus eine Vision, wie es mit der Luftverkehrswirtschaft im Angesicht der Klimakrise langfristig weitergeht. Dafür gibt es viele unterschiedliche Zukunftskonzepte. Die umfassende Förderung für die Herstellung von synthetischen Power-to-Liquid-Treibstoffe ist eines davon. Aber es braucht auch europaweit einheitliche Klimaauflagen, sowie klare Umweltvorgaben besonders für jene Konzerne, welche unter staatlicher Beteiligung geführt werden. Das Flugzeug darf zudem in Zukunft nicht mehr die preiswertere Alternative sein. Die Eisenbahn muss im Fernverkehr so kostengünstig, schnell und attraktiv sein, dass Kurzstreckenflüge endlich auf die Schiene verlagert werden können. Es braucht einen zukunftsfesten Ausbau des Schienennetzes, von Bus, Straßenbahn, U-Bahn und des Radwegesystems, um eine Verkehrswende zu schaffen, die so klimafreundlich wie praktisch ist.

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