Zum „Light-Lockdown“ im November 2020

Gestern wurden neue Corona-Maßnahmen beschlossen. Die Maßnahmen sind drastisch und betreffen uns alle. Doch wie bei den vorherigen Maßnahmen auch schon, treffen sie uns nicht alle gleich hart. Es wäre mir lieber, wenn es nicht so wäre. Und es wäre mir auch lieber, wenn diese weitreichenden Maßnahmen nicht notwendig gewesen wären.

Doch wir sind an einem Punkt angekommen, an dem das öffentliche Leben wieder still werden muss. Wir müssen die rapide ansteigenden Zahlen der Infizierten stoppen und die Verbreitung des Virus eindämmen. Dazu müssen wir jetzt handeln, denn jeder weitere Tag, den wir warten, verschlimmert die Situation um ein Vielfaches.

ABER: Es ärgert mich, dass die letzten Monate nicht genutzt wurden, um diese Situation zu verhindern. Es gibt noch immer keine Pläne für den flächenweiten Einbau von Lüftungsanlagen in Schulen, Gemeinschaftsunterkünften, Restaurants etc. oder Konzepte, wie wir die Gesundheitsämter besser aufstellen können, um die so wichtige Kontaktnachverfolgung zu sichern.

Außerdem wurden erneut die Parlamente nicht mit einbezogen. Es darf nicht sein, dass Maßnahmen, die so einschneidend und weitreichend sind nicht im Parlament debattiert werden. Statt kurzfristiger Hauruck-Aktionen, brauchen wir vorausschauende, planbare und nachvollziehbare Maßnahmen. Das können wir nur durch die parlamentarische Auseinandersetzung sicherstellen.

Denn eines wissen wir schon jetzt: Wir werden diese Krise nur bewältigen, wenn wir solidarisch miteinander umgehen und die Bevölkerung Vertrauen in die politischen Entscheidungen hat. Wir sollten die Zeit nun also unbedingt nutzen, um genau diese nachvollziehbaren und längerfristigen Maßnahmen auf den Weg zu bringen und sie zu erklären.

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