Was Wissenschaft nicht kann

Gestern habe ich dargestellt: Wissenschaft liefert uns sehr fundiertes Wissen und sensationelle Entdeckungen.

Und es ist von größter Bedeutung, dass politische Entscheidungen so gut wie möglich auf dem Boden der Realität stehen – sofern sie bereits bekannt ist. Wissenschaft entwickelt sich immer weiter fort. Das erleben wir gerade in der Corona Pandemie eindrucksvoll.

Aber das heißt nicht, dass konsolidiertes Wissen einfach in Frage gestellt werden kann. Gut konsolidiertes Wissen ist z.B.: je mehr CO2 in der Atmosphäre ist, umso wärmer wird es. Das lässt sich einerseits empirisch gut belegen, andererseits wird auch der Wirkmechanismus gut verstanden. Empirisch belegt ist: Mit  Zunahme der CO2-Menge in der Atmosphäre, steigt auch die gemessene weltweite Durchschnittstemperatur. Der erforschte Wirkmechanismus ist: CO2 hält die Wärmestrahlung zurück und wirkt deshalb als Dämmstoff der Atmosphäre.

Deshalb ist es notwendig, dass wir die Menge CO2 die wir in die Atmosphäre einbringen schnell reduzieren. Es gibt eine Vielzahl von Sektoren in denen CO2 frei wird: Industrie, Verkehr, Stromproduktion, Gebäude und Landwirtschaft sind die wichtigsten. Und es lässt sich wissenschaftlich bestimmen wie stark wir den CO2-Ausstoß reduzieren müssen um das 1,5 Grad Ziel oder das 2 Grad Ziel noch zu erreichen.

Diese Ziele bedeuten, dass wir als Menschen versuchen, den CO2-Ausstoß so zu reduzieren, dass die weltweite Durchschnittstemperatur nicht mehr als 1,5/2 Grad über das vorindustrielle Niveau steigt. Die Ziele sind so gesetzt, damit wichtige Kipppunkte wie das völlige Abschmelzen des grönländischen Eisschildes mit hoher Wahrscheinlichkeit noch nicht erreicht werden.

Das alles sagt uns die Wissenschaft, was sie uns aber nicht sagen kann, ist, wie wir das machen.

Ob wir die notwendige CO2-Reduktion z. B. im Verkehrssektor dadurch erreichen wollen, dass wir alle heutigen Autos nach und nach durch Nullemissions-Autos ersetzen und sonst alles gleich lassen. Oder ob wir mehr Fläche für Fahrrad und Fußgänger bereitstellen, Bus und Bahn im Takt, in der Fläche und pünktlich fahren lassen und noch viele Dinge mehr verändern, um die Fahrten, die dann noch übrigbleiben mit Nullemissions-Autos durchzuführen.

Das sind Lösungsansätze, über die wir intensiv politisch diskutieren. Für viele wird es keine Überraschung sein, dass ich das zweite Modell deutlich attraktiver finde. Insbesondre für die Lebensqualität in unseren Gemeinden und Städten ist es besser.

Worüber wir aber nicht diskutieren können ist, dass wenn wir unsere Lebensgrundlagen nicht zerstören wollen, dass wir dann den CO2-Ausstoß schnell und nachhaltig reduzieren müssen! Wie wir das erreichen, das ist der politischen Diskussion und Gestaltung zugänglich.