Waldschutz ist Klimaschutz ist Waldschutz

Mit Förster Michael Luthardt habe ich gestern den Grumsiner Wald besucht. Gemeinsam haben wir uns die Folgen des Dürresommers angeschaut.

Mit Förster Michael Luthardt im Grumsiner Buchenwald

Die Schäden im Buchenwald sind schnell zu erkennen. Beim Blick nach oben entdeckt man nicht nur verdörrte Blätter, sondern auch viele lichte Stellen. Obwohl die Wurzeln der Buchen zwei Meter in die Tiefe reichen, vertrocknen sie. Die ersten größeren Äste fallen bereits herab.

Dabei ist der Grumsiner Forst eigentlich deutlich resistenter als die vielen Kiefernwälder in Brandenburg. Der Mischwald bei Angermünde ist UNESCO-Weltnaturerbe. Er kommt mit den immer extremer werdenden Wetterbedingungen besser zurecht als die Monokultur-Nadelwälder, in denen zunehmend Brände ausbrechen und Schädlinge die Bäume befallen. Trotzdem hat auch der Grumsiner Forst schwer mit den Folgen der Klimakrise zu kämpfen.

Hier im Wald befinden sich eigentlich zahlreiche Feuchtgebiete. Doch die Moore trocknen nach und nach aus. Dort, wo bislang das Wasser stand, wachsen oft nur noch Brennnesseln.

Die Blätter vieler Buchen vertrocknen

Die Lage ist ernst. Das verdeutlichen auch die beiden Wissenschaftler*innen von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, die uns an diesem Nachmittag begleiten. Sie haben aktuelle Messergebnisse mitgebracht.

Die Temperaturen steigen, die Niederschläge sinken. Und wenn es zu Niederschlägen kommt, handelt es sich meist um Starkregen und Gewitterschauer, bei denen das Wasser oberflächig abfließt und nicht versickert. Bevor die Pflanzen das Wasser speichern können, ist es schon wieder weg.

Der Zustand des Grumsiner Forsts macht deutlich: Waldschutz und Klimaschutz bedingen sich gegenseitig. Wir brauchen intakte Wälder zur Eindämmung der Klimakrise. Denn naturnahe Laubmischwälder dienen als Wasserspeicher, Luftfilter und Bodenschützer – und binden CO2.

Zwei Forstwissenschaftler*innen von der HNE Eberswalde präsentieren ihre aktuellen Messergebnisse

Gleichzeitig sind unsere Wälder aber auch darauf angewiesen, dass wir alles tun, um das Klima zu schützen. Denn die Erderhitzung und die dadurch entstehenden Extremwetterphänomene gefähren den Wald massiv.

So bedrohlich die Lage auch ist, vielleicht hat es auch etwas Gutes, dass die Folgen der Klimakrise hierzulande für alle sichtbar werden. Immer mehr Menschen wird klar, dass schnell gehandelt werden muss. Die junge Generation macht mächtig Druck auf die Bundesregierung, endlich effektive Maßnahmen zu ergreifen. Klima- und Umweltschutz sind kein Nischenthema mehr. Zumindest das macht mir Hoffnung.

Hier findet Ihr unser Grünes Klimawaldprogramm.