Über die Nelkengewächse – Was Darwin mit Artenschutz zu tun hat

Die Nelkengewächse sind bei uns vor allem durch die Arten der eigentlichen Nelken, der Gattung Dianthus bekannt. Von den gut 2.000 Arten der Nelkengewächse gehören mehrere hundert zur Gattung Dianthus. Insbesondere in den Bergen gibt es eine ganze Reihe dieser Arten. Zuchtformen der Nelken sind beliebte Zierpflanzen. Aber auch die wildwachsenden Arten sind zum Teil äußerst farbenprächtig.

Nelken werden meist von Schmetterlingen  bestäubt, die mit ihren langen Rüsseln eine gute Chance haben, an den Nektar zu gelangen, der sich am Ende der Röhre unter dem oberen, scheinförmigen Teil der Blüte befindet.

Es gibt Blüten, die so gebaut sind, dass sie von sehr vielen unterschiedlichen Insekten besucht und bestäubt werden können. Es existieren aber auch Blüten, bei denen, wie bei den echten Nelken, der Nektar am Ende einer etwas längeren Röhre sitzt. Diese sind stärker spezialisiert.

Je spezialisierter eine Art, desto gefährdeter ist sie, wenn einzelne Arten oder Artengruppen seltener werden oder ganz verschwinden. Ein berühmtes Beispiel dieser gegenseitigen Abhängigkeit ist der Stern von Madagaskar. So nennt man eine Orchideenart mit einer noch deutlich längeren Blütenröhre, die rund 40 cm lang ist.

Als Charles Darwin eine Blüte dieser Art sah, vermutete er, dass sie von einem Schmetterling mit einer ähnlich langen Zunge bestäubt werden müsste. Nach Darwins Tod wurde tatsächlich ein Schmetterling mit einer solchen Zungen gefunden. 1997 konnten anhand eines Fotos gezeigt werden, dass der Schmetterling diese Orchidee besucht.

Unsere Nelken sind bei weitem nicht so stark spezialisiert, aber auch sie sind auf Schmetterlinge angewiesen – Und Leider sind viele Schmetterlingsarten selten geworden. Es gibt noch weitere Gattungen der Nelkengewächse bei uns, wie die Mieren und die Sternmieren. Auch sie haben einen Schwerpunkt in den Bergen.