Post von Bayer-Monsanto

Ich habe Post von Bayer-Monsanto bekommen. Genauer gesagt von der Anwaltskanzlei, die von Bayer-Monsanto beauftragt wurde, das Überwachungssystem von Monsanto aufzuklären.

Der Brief von Bayer-Monsanto

Es ist bereits der dritte Brief, der mich erreicht. Im ersten wurde mir mitgeteilt, Monsanto habe mich nicht bespitzelt, ich sei auf keiner ihrer Listen zu finden. Im zweiten hieß es, ich sei doch auf einer Liste gefunden worden. Ich habe nachgehakt und mit dem dritten Brief endlich einen Auszug aus der Überwachungsliste erhalten.

In der Liste stuft Monsanto meine Haltung als „very much against the use of glyphosate“ ein. In einer weiteren Spalte steht, wie Monsanto mich dazu bringen wollte, meine Position zu ändern. Ich sollte von Landwirten angerufen und angeschrieben werden, die Sorge haben, Glyphosat werde aus ökologischen Gründen verboten. In welcher Beziehung diese Landwirte zu Monsanto stehen und wie sie solche Lobbyaufträge erhalten, wird nicht näher erläutert.

Selbstverständlich habe ich meine Haltung zu Glyphosat keinen Millimeter geändert. Nach dem Schreiben von Bayer-Monsanto schaue ich allerdings noch kritischer auf meine Bürgerpost und manchen Facebook-Kommentar auf meiner Seite.

Einträge, die zeigen, wie Bayer-Monsanto mich beeinflussen wollte

Praktiken wie die von Monsanto untergraben den politischen Diskurs. Wie soll man noch unbefangen mit Bürgerinnen und Bürgern kommunizieren, wenn Konzerne beginnen einfache Leute in ihre Lobbyarbeit einzuspannen?

Ebenso bedenklich ist, mit welch schlechtem Stil der neue Agro-Chemie-Riese die Vorgänge aufarbeitet. Ich finde, es ist ein Unding, dass Bayer-Monsanto nur häppchenweise mit Informationen rausrückt und möglicherweise viele weitere Betroffene im Unwissen lässt.

Wir Grüne fordern Bayer auf, die Listen für Deutschland sowie alle anderen europäischen Länder offen zu legen und für alle Betroffenen zugänglich zu machen.