Maske tragen eine Frage der Verantwortung und Solidarität

Nach einer Veranstaltung bin ich vor einigen Wochen mit dem Zug von Hamburg nach Berlin gefahren. Dabei habe ich fast zwei Stunden eine Maske getragen und ja, es ist nicht die angenehmste Erfahrung. Das Ärgerliche war allerdings, dass nicht alle bereit waren, eine Maske zu tragen.

Zu Beginn der Pandemie gab es auch in der Wissenschaft ganz unterschiedliche Ansichten darüber, ob es sinnvoll ist, eine Maske zu tragen und inwieweit sie schützt. Ebenso war am Anfang unklar, welchen Anteil Schmierinfektionen haben.

Inzwischen weiß man, der entscheidende Übertragungsweg findet über die Luft statt. Mit ziemlicher Sicherheit sind es über 90 Prozent aller Ansteckungen. Außerdem weiß man mittlerweile, dass Masken relativ gut davor schützen, andere Menschen anzustecken, wenn man selbst infiziert ist. Es gibt sogar erste belastbare Hinweise, dass auch die Gefahr sinkt, dass man sich selbst ansteckt, wenn man einen Mund-Nase-Schutz trägt.

Der entscheidende Punkt ist, dass in Situationen, in denen – wie in Zügen oder Bussen – die Abstände nicht immer eingehalten werden können, das Infektionsrisiko massiv sinkt, wenn alle eine Maske tragen.

Es ist völlig egal, ob man selbst keine Angst vor dem Virus hat und aus diesem Grund keine Maske tragen will. Mit dem Tragen einer Maske verhindert man, andere anzustecken.

Ein ernstzunehmender Anteil der Infektionen verläuft symptomfrei, deshalb kann niemand mit völliger Sicherheit wissen, ob er gerade infektiös ist oder nicht. Selbst wenn man sich hat testen lassen, ist das nur eine Momentaufnahme.

Wer in Situationen, in denen der Abstand nicht eingehalten werden kann, keine Maske trägt, setzt andere Menschen dem Risiko aus, sie anzustecken – mit einer Krankheit gegen, die es bisher kein wirksames Medikament gibt, und mit einer Krankheit, an der inzwischen weltweit hunderttausende Menschen gestorben sind.

Wenn ich die Wahl habe, durch das Nichttragen einer Maske eventuell andere Menschen zu infizieren, die dann möglicherweise schwer erkranken oder gar sterben, oder aber für zwei Stunden im Zug eine Maske zu tragen, ist die Entscheidung doch eigentlich klar.

Das Tragen einer Maske ist ein Zeichen von Solidarität und Rücksichtnahme, insbesondre mit allen Menschen, die durch die Krankheit Covid-19 besonders gefährdet sind. Solange es kein Medikament oder eine Impfung gibt, lässt sich eine Pandemie nur durch gemeinsames solidarisches Handeln wirksam bekämpfen.

#covid19