Nationalparksuche in Bayern

Zur Entscheidung der Bayerischen Staatsregierung, zwei Gebiete auf ihre Eignung als Nationalparkstandort zu untersuchen, erklärt Dr. Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/DIE GRÜNEN im Deutschen Bundestag:

„Bayern braucht weitere Nationalparks, um die Artenvielfalt zu erhalten. Dass dies nun auch die CSU einsieht, ist gut für Natur und Mensch zugleich: Seit langem ist nachgewiesen, dass Großschutzgebiete Identität stiften, zur touristschen Entwicklung beitragen und somit wertvolle Impulse für lokale Wertschöpfung und Arbeitsplätze geben. Dem Abwanderungsdruck in die Großstädte können Nationalparks entgegenwirken helfen.

Die Beschränkung auf nur zwei Prüfungsgebiete ist eine politisch motivierte und fachlich falsche Entscheidung. Neben der Rhön und den um die Isarmündung zu erweiternden Donauauen sind der Steigerwald, der Spessart und das Ammergebirge ergebnisoffen mit einzubeziehen. Insbesondere die Buchenwälder im Steigerwald sind augenscheinlich naturschutzfachlich von höchstem Wert und nationalparkwürdig. Dass sich die CSU-Staatsregierung vor diesen drei weiteren möglichen Standorten drückt, ist politisch feige und verschenkt wertvolle Chancen für Naturschutz, regionale Entwicklung und Arbeitsplätze.

Wir Grüne fordern eine ergebnisoffene Untersuchung nach naturschutzfachlichen Kriterien und danach eine Umsetzung, die Naturschutz und den Menschen vor Ort größtmöglichen Nutzen beschert.“