Erinnerung wach halten

Zum internationalen Gedenktag an die Opfer des Holocaust am 27. Januar erklären die Fraktionsvorsitzenden Katrin Göring-Eckardt und Anton Hofreiter:

Der 27. Januar mahnt uns, den Holocaust – die systematische Vernichtung von Millionen von Menschen – niemals zu vergessen. Jeder Forderung nach einem „Schlussstrich“ gilt es sich mit aller Kraft zu widersetzen. Ziel der Aufarbeitung des Nationalsozialismus ist nicht, diese zu einem Ende zu bringen, vielmehr muss sie vertieft und erweitert werden. Dazu gehört neben einer besseren finanziellen und personellen Ausstattung der KZ-Gedenkstätten und der Stärkung ihrer pädagogischen Arbeit, dass bisher wenig beachtete Opfergruppen des Nationalsozialismus stärker in den Blick genommen werden.

Hass und Hetze gegen Minderheiten oder politisch Andersdenkende nehmen aktuell wieder zu – ob im Netz oder auf der Straße. Antisemitische und rassistische Parolen werden unverblümt ausgesprochen, jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger unverhohlen aufgefordert, das Land zu verlassen, verbunden mit der Drohung, dass sich Geschichte sonst wiederhole. Antisemitismus ist allgegenwärtig und ragt weit hinein in die Mitte der Gesellschaft. Stimmen, die die Verantwortung Deutschlands kleinreden und die deutsche Schuld relativieren, sind jetzt im Deutschen Bundestag vertreten. Alle Demokratinnen und Demokraten in diesem Land müssen sich gemeinsam diesen Relativierungsversuchen entgegenstellen und sich dafür einzusetzen, dass Antisemitismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit bei uns keinen Platz haben.

Nicht zuletzt weil die Generation der Zeitzeugen nicht mehr lange unter uns sein wird, gilt es die Erinnerung an die Verbrechen der Nationalsozialisten auch für kommende Generationen wach zu halten. Nur so kann Deutschland seiner historischen Verantwortung gerecht werden und glaubwürdig für Demokratie und Toleranz einstehen.